Stefan in Ahrenshoop

Ahrenshoop Kur Ostsee Winter

Monday, January 09, 2006

8. Tag – Tai Tchi

Heute war ich zur Wiedervorlage beim Arzt. Meine Blutwerte sind deutlich besser geworden, Herz und Kreislauf in sehr gutem Zustand. Anzeichen einer Fettleber gibt es nicht, ich darf mit ärztlicher Genehmigung wieder saufen, wenn ich denn will. Es bestätigt sich die Aussage der Ärzte in Schwäbisch Hall, wo meine Operationen durchgeführt wurden: Es ist ungewöhnlich, dass ein so junger Mann wie ich Divertikulitis mit Peritonitis hat, aber andererseits ist zu erwarten, dass ein junger Mann schnell wieder auf die Beine kommt und die Folgen der Operation überwindet. Üblicherweise beträgt das Alter der Divertikulitis-Kranken so um die 70 Jahre.

Wie der Arzt sagte, können wir jetzt die Handbremse lösen. Mein Tagesplan heute:

8.15 Uhr Frühstück
9.20 Uhr Coronargruppe (Kreislaufbelastung mit Pulskontrolle)
10.20 Uhr Gespräch beim Arzt
10.30 Uhr Ergometer REHA (17 Minuten Fahrradfahren mit Herz- und Blutdruckkontrolle bei genau vorgeschriebener Geschwindigkeit (100 Watt)
11.30 Uhr Fango (ohne Schlamm)
12 Uhr Massage
12.45 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Walking mit Stöcken am Strand, 40 Minuten anschließen 10 Minuten Gymnastik
15 Uhr Tai Chi
16 Uhr Laufen am Strand mit Christa, 60 Minuten (selbstorganisiert)
18.45 Uhr Abendbrot

Also man steht den Tag nur durch, wenn man sich zwischendurch ausruhen kann. Tai Chi war insofern heute eine volle Enttäuschung als die verdiente Meisterin des DDR-Sports, die den Kurs leitet, uns 45 Minuten Vortrag gehalten hat, wie toll Tai Chi sei, aber keine einzige Übung gemacht hat.

Nach dem Abendbrot habe ich mich noch mal aufgerafft und bin in den Ort gelaufen. Die Restaurants sind hell erleuchtet, aber es sitzt niemand drin. Unterwegs sind mit 2 Menschen begegnet, die ihre Hunde ausführten und 1 Auto. Ahrenshoop an einem Winterabend ist leer, menschenleer. Aber man kann dank der guten Beleuchtung die schönen Häuser bewundern.


Dieser Bäderwagen steht vor der Klinik. Er wurde Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts an der Ostsee benutzt. Damals galt es als unschicklich, sich mit Badekleidung zu zeigen. So stiegen die Badegäste in Straßenkleidung in diesen Wagen, der dann von Pferden ins Wasser gezogen wurde. Die Badelustigen zogen sich im Wagen um und konnten dann direkt ins Wasser springen und plantschen oder schwimmen. Wenn sie fertig waren wiederholte sich die Prozedur in umgekehrter Reihenfolgen. Der Wagen fuhr wieder an Land und die schamhaften Badegäste konnten in Straßenkleidung den Strand verlassen. Es war die Zeit, als auch Blässe ein Zeichen von Vornehmheit war. Da wäre ich ein feiner Mann gewesen, ganz automatisch!




Meine
Tischtennispartner, Christa und Herr Götz. Es macht viel Spaß mit ihnen zu spielen
!